Nadine Preiss – Tierbetreuung & Ernährung

Warum Trockenfutter deinen Hund krank machen kann — und was du stattdessen tun kannst

Warum Trockenfutter deinen Hund krank machen kann — und was du stattdessen tun kannst

Trockenfutter ist in Deutschland das meistgekaufte Hundefutter. Es ist günstig, lange haltbar, praktisch zu dosieren — und es wird so selbstverständlich gefüttert, dass kaum jemand fragt, was da eigentlich drin ist.

Ich frage es täglich. Als Tierernährungsberaterin sehe ich in der Praxis regelmäßig Hunde mit Hautproblemen, chronischen Verdauungsproblemen, Übergewicht oder Gelenkbeschwerden — und sehr oft hängt das direkt damit zusammen, was täglich im Napf landet.

Das ist kein Vorwurf an Hundehalter. Die meisten füttern das, was ihnen empfohlen wurde — vom Tierarzt, aus der Werbung, vom Züchter. Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen.


Was steckt wirklich in der Krokette?

Schau dir die Zutatenliste eines durchschnittlichen Trockenfutters an. Du wirst dort Begriffe finden wie „tierische Nebenerzeugnisse“, „Getreide und Getreideerzeugnisse“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Das klingt neutral — ist es aber nicht.

„Tierische Nebenerzeugnisse“ bedeutet: alles, was bei der Schlachtung übrig bleibt und nicht für den Menschen gedacht ist. Häute, Federn, Knochen, Blut, Sehnen. Das ist gesetzlich erlaubt. Aber es ist weit entfernt von dem, was du dir unter Fleisch vorstellst.

„Getreide“ — Weizen, Mais, Gerste — landet im Futter, weil es günstig ist und der Krokette ihre Form gibt. Hunde können Getreide verdauen, aber sie brauchen es nicht. Und was viele nicht wissen: Stärke aus Getreide wird bei der Verdauung vollständig zu Glukose abgebaut — also zu Zucker. Das Endprodukt im Blut ist dasselbe wie bei Melasse oder Rübenschnitzeln. Wer Trockenfutter füttert, füttert damit dauerhaft eine erhebliche Zuckerlast — auch wenn kein Gramm Süßungsmittel auf der Zutatenliste steht.


Ein Zeichen das trügt: der perfekte Kot

Viele Halter argumentieren: „Mein Hund hat einen wunderschönen, festen Kot — das Futter muss also gut sein.“ Ich verstehe diesen Gedanken — und ich höre ihn sehr oft in der Beratung.

Aber fester Kot ist kein Zeichen guter Verdauung. Er ist das Ergebnis von Ballaststoffen und Füllstoffen wie Rübenschnitzeln, Lignozellulose und Reisschalen, die gezielt die Kotkonsistenz beeinflussen. Der Darm presst das unverdauliche Material kompakt zusammen — fertig ist der perfekte Kot. Was dabei nicht im Kot landet, geht in den Körper — oder eben nicht, weil die Verdaulichkeit von Trockenfutter bei durchschnittlich nur 57 % liegt.

Ein Hund, der BARF bekommt, produziert weniger Kot — weil er mehr verwerten kann. Der Kot ist weicher, manchmal etwas heller, und das beunruhigt viele Halter am Anfang. Dabei ist genau das das Zeichen, dass der Körper arbeitet und nicht einfach durchschleust.


Was passiert im Körper deines Hundes?

Trockenfutter enthält nur etwa 8–10 % Wasser. Hunde sind aber darauf ausgelegt, einen Großteil ihrer Flüssigkeit über das Futter aufzunehmen — nicht über die Wasserschüssel. Ein Hund, der täglich Trockenfutter frisst, lebt in einem Zustand leichter chronischer Unterversorgung mit Flüssigkeit. Das belastet Nieren und Harnwege langfristig.

Dazu kommt die Zuckerlast aus der Stärke. Zu viel Zucker fördert stille Entzündungen im Körper. Forscher der Oklahoma Medical Research Foundation konnten zeigen, dass Zucker in der Ernährung Arthrose begünstigt — unabhängig davon, ob das Tier übergewichtig ist oder nicht. Der Mechanismus läuft über die Darmflora: Zucker schädigt die guten Darmbakterien, das fördert Entzündungsprozesse, und diese greifen langfristig auch die Gelenke an. Statistisch leidet jeder fünfte Hund an Arthrose. Wenn ein Hund steif aufsteht oder ungern Treppen läuft, denken viele zuerst ans Alter. Dabei lohnt ein Blick in den Napf.


Und was ist mit teurem Trockenfutter?

Eine häufige Reaktion ist: „Ich kaufe aber Premium-Futter.“ Das ist ein Schritt in die richtige Richtung — bessere Rohstoffe, höherer Fleischanteil, weniger Füllstoffe. Aber das grundlegende Problem bleibt: Trockenfutter wird bei über 140 Grad Celsius hergestellt. Dabei werden fast alle natürlichen Vitamine zerstört und danach synthetisch wieder aufgesprüht. Enzyme, die die Verdauung unterstützen, überleben diese Temperaturen nicht. Und die Verdaulichkeit von industriell verarbeitetem Futter liegt bei rund 57 % — das bedeutet, fast die Hälfte dessen, was du fütterst, kann dein Hund gar nicht verwerten.

Kein Trockenfutter — egal wie teuer — kann das umgehen. Es ist ein physikalisches Problem, kein Qualitätsproblem.


Was ist die Alternative?

Frischfütterung — das bedeutet für mich: frisches Fleisch, Innereien, Gemüse und gezielte Ergänzungen, individuell zusammengestellt für deinen Hund. Roh oder gekocht — je nachdem, was zu deinem Hund passt.

Nicht jeder Hund kann sofort auf rohes Futter umgestellt werden. Bei Hunden mit empfindlichem Magen, Vorerkrankungen oder nach langer Trockenfutterzeit starte ich in der Beratung häufig mit gekochtem Futter — das ist schonender für den Darm und trotzdem ein riesiger Schritt weg von der Krokette. Mit der Zeit und dem richtigen Plan kann dann vieles weiterentwickelt werden.

Was beide Varianten gemeinsam haben: Du weißt genau, was im Napf steckt. Kein versteckter Zucker, keine Füllstoffe, keine synthetischen Vitamine, keine geschlossene Deklaration. Rohgefüttertes Fleisch wird vom Hundekörper zu fast 96 % verwertet, auch gekochtes Frischfleisch liegt weit über den 57 % die Trockenfutter erreicht. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte außerdem, dass Hunde, die von Trockenfutter auf Frischfütterung umgestellt wurden, bereits nach 35 Tagen eine deutlich bessere Darmflora hatten.

Ich höre oft: „Das klingt aufwendig.“ Und ja — es braucht am Anfang etwas Einarbeitung. Aber mit dem richtigen Plan ist Frischfütterung im Alltag gut umsetzbar. Und du weißt dann genau, was im Napf steckt.


Was du jetzt tun kannst

Wenn du neugierig geworden bist, schau dir mein kostenloses Dokument „32 Gründe gegen Trockenfutter“ an — dort erkläre ich jeden Punkt ausführlich, mit Quellenangaben, verständlich für jeden.

Und wenn du denkst, dass eine Umstellung auf BARF für deinen Hund das Richtige wäre, aber nicht weißt wie du anfangen sollst — dafür bin ich da. In einer individuellen Beratung schauen wir gemeinsam, was zu deinem Hund, deinem Alltag und deinem Budget passt.

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